197_2_1_1_1_de.gif Altes Testament, Buch Jesus Sirach: "Bleibe den Weinenden nicht fern, und trauere mit den Trauernden."   197_1_3_10_1.jpg

TrauerWeile - Die Trauer dauert eine Weile

Der Tod eines Menschen ist ein besonderes, ein oft einschneidendes, ein meist schmerzhaftes Erlebnis für jeden Menschen. Drei bis fünf Mal trauern wir um einen geliebten Menschen, dabei stellen wir fest, dass die Trauer verschiedene Gesichter hat. In unserer Gesellschaft, die zum Teil vom Schönheitswahn und Jugendkult beherrscht wird, scheinen Sterben, Tod und Trauer keinen Platz mehr zu haben. „Ars moriendi“ – die Kunst des Sterbens – ist ohnehin eine längst vergessene Tugend. Der Tod trifft uns „plötzlich und unvorbereitet“ liest man dann auf so manchen Todesnachrichten.

Nicht durch ein traumatisches Erlebnis, sondern durch einen August-Sonnenuntergang 2003 kam ich auf das Thema Trauerbegleitung. „Wenn das Licht am Ende des Tunnels so schön wie der goldene Sonnenuntergang ist, dann muss Sterben wunderschön sein“, dachte ich damals. Das Glücksgefühl währte nur wenige Minuten, denn was würde meine Familie, meine Tochter dazu sagen? Niemand ist vorbereitet, am wenigsten ich selbst. Von da an setzte ich mich mit dem Thema auseinander, las Elisabeth Kübler-Ross, Verena Kast und andere AutorInnen. Bei Jorgos Canacakis besuchte ich ein Trauerseminar, doch am meisten habe ich von den vielen trauernden Menschen gelernt, die ich im Laufe der Jahre getroffen habe.

Anfangs war die Idee da, eine Trauer-CD zu produzieren. Heute haben wir vier CDs aufgenommen und davon rd. 150.000 Stück vertrieben – wichtige Partner der TrauerWeile sind Bestattungsunternehmen.

TrauerWeile ist das Label, unter dem wir auftreten, weil es sehr schön aussagt, dass die Trauer eine Weile dauert – dauern darf. Nicht verdrängen, nicht beiseiteschieben, sondern bewusst erleben, durchleben, überleben. Manche Menschen zerbrechen an der Trauer, bei Paaren stirbt jeder dritte zurückgebliebene Partner binnen ein bis zwei Jahren. Andereverdrängen so lange, bis sie krank werden und sich spätestens dann der Trauer stellen müssen. Und für ein Drittel ist die Trauer die Chance für einen neuen und bewussteren Lebensbeginn.

Seit zehn Jahren habe ich mit dem Team der TrauerWeile rund 3.500 trauernde Menschen in Gruppen- und Einzelgesprächen begleitet. Dabei haben wir schwere Schicksalsschläge erzählt bekommen, aber auch viele rührende Erinnerungen. Eine Vielzahl an Gefühlen sind aufgebrochen – Angst, Wut, Ärger … und sehr viel Liebe -, Schuld wurde anderen zugewiesen oder bei sich selbst gesucht, vergeblich wurde versucht, das Unerklärbare zu verstehen, es wurden aber auch Lösungen gefunden, gemeinsame Stunden verlebt, Erinnerungen ausgetauscht, und auch Freundschaften sind zwischen den Teilnehmern an Gesprächsrunden entstanden.

Ob es nicht ein sehr schweres Thema sein, werde ich oft gefunden. Es ist ein verantwortungsvolles Thema, aber eines, das mir trotz der oft schweren Ereignisse fast ausnahmslos gute und positive Erlebnisse gebracht hat, weil ich immer wieder wahrnehme, wie Menschen gebrochen, weinend und als ein Häufchen Elend kommen und nach nur wenigen Gesprächen – im Schnitt sehe ich die Menschen, die zu mir kommen, nur drei bis maximal fünf Mal, dann fühlen sie sich leichter und besser, dann sehen sie auch das Gute am Schlechten, dann blicken sie weniger zurück und stärker nach vorne, dann behalten Sie den Verstorbenen in guter Erinnerung und leben wieder ihr Leben.

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